
Worum es geht
Praxisgruppe Präsenz befindet sich derzeit im Aufbau. Sie entsteht Schritt für Schritt als ein Raum, in dem Menschen zusammenkommen, gemeinsam praktizieren, Erfahrungen austauschen und sich mit Atemarbeit, Meditation und bewusster Präsenz auseinandersetzen können.
Die Idee zur Praxisgruppe Präsenz entstand aus der eigenen Suche nach einem solchen Raum. Gesucht wurde eine Gruppe, in der Meditation, Atemarbeit, Schrift und Reflexion frei von religiöser Ausrichtung praktiziert werden können – und nicht bloß dazu dienen, sich vom eigenen Leben zurückzuziehen oder sich für eine Zeit zu beruhigen. Im Mittelpunkt sollte vielmehr die Möglichkeit stehen, durch Praxis standfester im Leben, präsenter im eigenen Körper und klarer im Kopf zu werden, Erfahrungen miteinander zu teilen und zugleich besser zu verstehen, was dabei in Körper und Geist geschieht. Trotz intensiver Suche ließ sich ein solcher Raum in dieser Verbindung nicht finden. Aus genau dieser Lücke entstand die Idee zur Praxisgruppe Präsenz.
Die Grundlage für die Praxisgruppe Präsenz bildet intensive und kontinuierliche eigene Praxis. Meditation, Atemarbeit und Körperwahrnehmung wurden dabei nicht nur praktiziert, sondern über längere Zeit auch in ihren Wirkungen, Zusammenhängen und Grenzen studiert. Sie wurden nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Reizniveau, Bewegung, Schlaf, Ernährung, Gedankenführung, Präsenz und täglicher Handlung praktisch erprobt und vertieft.
Aus dieser Arbeit ist eine zentrale Erkenntnis entstanden:
Viele Menschen erleben Meditation, Atemarbeit oder andere Formen bewusster Praxis als schwierig, ohne genau zu verstehen, warum. Die Gedanken lassen sich kaum beruhigen, die Konzentration bricht immer wieder ab, der Körper bleibt angespannt oder die Übung fühlt sich schlicht nicht zugänglich an. Häufig fehlen verständliche Zusammenhänge darüber, was dabei im eigenen Körper und Geist geschieht und welche Faktoren den eigenen Zustand beeinflussen.
Genau hier setzt die Praxisgruppe Präsenz an.
Wir praktizieren Atemarbeit, Meditation und Körperwahrnehmung – aber wir bleiben nicht bei der Übung stehen. Wir schauen genauer hin: Was geschieht mit dem Atem? Wo entsteht körperliche Spannung? Was geschieht mit der Aufmerksamkeit unter ständigem Reizeinfluss? Warum fällt es manchmal schwer, zur Ruhe zu kommen? Und wie beeinflussen Schlaf, Bewegung, Ernährung und alltägliche Gewohnheiten den eigenen Zustand?
Dabei können auch Blockaden und Schwierigkeiten innerhalb der Praxis aufgegriffen werden. Nicht indem einem Menschen eine fertige Deutung vorgegeben wird, sondern indem wir gemeinsam genauer wahrnehmen, Zusammenhänge verständlich machen und praktische Wege erproben.
Die besondere Grundlage dieser Arbeit liegt in der Verbindung von Erfahrungswissen, praktischer Anwendung und wissenschaftlichem Verständnis. Viele der Zustände und Schwierigkeiten, die innerhalb der Praxis auftreten können – innere Unruhe, hohe Reizbindung, kreisende Gedanken, Schwierigkeiten mit Stille oder die Herausforderung, Erkenntnis tatsächlich in Handlung zu übersetzen – sind aus intensiver eigener Praxis bekannt und wurden über einen längeren Zeitraum beobachtet und praktisch bearbeitet.
Wo körperliche und psychische Mechanismen erklärt werden, orientiert sich die Arbeit am aktuellen wissenschaftlichen und körperphysiologischen Erkenntnisstand. Dieses Wissen wird mit praktischer Erfahrung verbunden, ohne beides miteinander zu vermischen. Wissenschaftliche Aussagen sind überprüfbar; persönliche Erfahrung wird als persönliche Erfahrung kenntlich gemacht.
Begleitung und Selbstführung
Die Praxisgruppe versteht sich als Begleitung zu wachsender Selbstführung.
Ohne religiöses Gerüst und ohne Heilsversprechen arbeiten wir mit erfahrbaren Methoden und einem verständlichen Blick auf Körper und Geist. Der Mensch soll nicht lediglich eine Übung ausführen. Er soll mit der Zeit genauer wahrnehmen, unterscheiden und verstehen können, was in ihm geschieht – und daraus lernen, angemessen zu handeln.
Praxis → Wahrnehmung → Verständnis → eigene Prüfung → Selbstführung.
Verstehen ersetzt dabei niemals die Erfahrung. Die Praxisgruppe bleibt eine Praxisgruppe. Wissen soll die eigene Erfahrung verständlicher machen – nicht sie mit Theorie überdecken.
Philosophie als praktischer Impuls
Auch ausgewählte Impulse aus der stoischen Philosophie fließen in die Arbeit ein. Sie werden nicht als historisches Lehrgebäude übernommen und die Praxisgruppe ist kein philosophischer Lehrgang.
Stattdessen wurden einzelne tragfähige Gedanken praktisch erprobt, in die Gegenwart übersetzt und mit heutigen Erkenntnissen über Körper, Verhalten und menschliche Regulation verbunden.
Was liegt tatsächlich in meiner Hand? Was nicht? Wie gehe ich mit Reizen, Widerständen und schwierigen Situationen um? Wie wird aus einer Erkenntnis eine konkrete Handlung?
Die Philosophie liefert hierfür Impulse. Entscheidend bleibt die Anwendung im wirklichen Leben.
Worum es letztlich geht
Ziel ist nicht bloß Entspannung.
Ein ruhigerer Körper kann Raum schaffen. Ein klarerer Blick kann Entscheidungen verändern. Wer seinen eigenen Zustand besser wahrnimmt, Reize unterscheiden und die eigene Aufmerksamkeit bewusster führen kann, gewinnt die Möglichkeit, dem eigenen Leben wacher, präsenter und handlungsfähiger zu begegnen.
Die Praxisgruppe soll deshalb kein Ort sein, an dem Menschen für eine kurze Zeit vor ihrem Alltag fliehen.
Sie soll ein Ort sein, an dem Praxis und Verständnis zusammenkommen – damit das Erarbeitete in den Alltag getragen werden kann.
Praktizieren. Wahrnehmen. Verstehen. Prüfen. Handeln
Ich freue mich über Menschen, die nicht nur kurz abschalten möchten, sondern ernsthaft üben, sich austauschen und an einer ruhigeren, klareren und präsenteren Lebensweise mitwirken wollen.
Kennst du das?
Der Alltag läuft weiter, aber innerlich wird es enger. Arbeit, Erwartungen, Konflikte, ständige Erreichbarkeit, Bildschirmzeit und dauernde Reize können Körper, Geist und Nervensystem stark belasten.
Vielleicht merkst du es an schlechtem Schlaf, innerer Anspannung, Gereiztheit, Gedankenkreisen, Erschöpfung, Konzentrationsproblemen oder daran, dass einfache Dinge kaum noch Freude auslösen. Vielleicht fällt es dir schwer, wirklich abzuschalten, obwohl du eigentlich müde bist.
Viele Menschen greifen dann zu gesellschaftlich akzeptierten Formen der Betäubung: Handy, Scrollen, Essen, Serien, ständige Beschäftigung oder Ablenkung. Diese Muster wirken oft harmlos, können aber auf Dauer das Nervensystem belasten, das allgemeine Wohlbefinden schwächen und die Wahrnehmung im Alltag verändern. Der Körper kommt schwerer zur Ruhe, der Kopf bleibt aktiv, und echte Präsenz wird immer schwieriger
.
Aus eigener intensiver Erfahrung und längerer praktischer Arbeit sind in diesem Zusammenhang wichtige Erkenntnisse entstanden, die ich gerne mit Menschen teile, die ernsthaft an mehr Ruhe, Klarheit und Präsenz im Alltag arbeiten möchten.
In der Praxisgruppe Präsenz üben wir, wieder einfacher bei uns anzukommen: durch Atemarbeit, Meditation, Körperwahrnehmung, Schrift und alltagstaugliche Regulation.
Nicht als Theorie. Sondern praktisch, ehrlich und Schritt für Schritt.
Ziel ist, den Körper zu beruhigen, Gedanken zu ordnen, innere Spannung früher zu erkennen und wieder mehr Präsenz im Alltag aufzubauen.


